Unileben

Mein wunderschoenes Wohnheim + Zimmer. Mensaessen. Die Buecherei. Ikebana (= Japanese art of flower arrangement). Der Uni-“Wald”. Ein paar Hinweisschilder. Kanto practice vor der Sporthalle. Ein inoffzielles Kochduell zwischen franzoesischen, taiwanesischen und japanischen Studenten – die Taiwanesen haben gewonnen (der Tee(?) war unglaublich gut).

Rueckblick

23.08.2019, Akita View Hotel, 10 Uhr morgens

Die Hilfsbereitschaft der Japaner. Auf uns allein gestellt waeren Ingo, Laura und ich nicht so reibungslos durchgekommen.

秋田、2019年 八月、二十四日、土曜 (=Akita, 2019.08.24 Samstag =doyoubi = Erd(e) Tag)

Die Uni hat rund 1.200 Studenten und zaehlt zu einer der renommiertesten in Japan. 10% sind international students. Es fuehlt sich wie eine grosse Schule an. Daher brauche ich nur 4 Minuten um von meinem Zimmer zu jedem Uni Gebaeude zu kommen. Alles ist nah, bis auf die Stadt selbst, wir sind umgeben von Wald und Reisfeldern. Mein Wohnheim fuehlt sich so heimisch wie ein Gefaengnis an.

Meine Chopstick eating skills sind auf 1 von 10.

25.08.2019 Sonntag (=日曜日 =nichiyoubi = Sonnen Tag)

Akita liegt am Meer. Die Uni nicht. Ich beschliesse an mit Bus und Bahn an einen Strand zu kommen – mit Erfolg. Es gibt eine Menge Ueberlandkabel, was dem Landschaftsbild nicht gut tut. Generell fuehlt sich die Stadt etwas amerikanisiert an.

26.08.2019 Montag (=月曜日=getsuyoubi = Mond Tag)

Es haben sich sofort Gruppen gebildet. Diese kommunizieren miteinander, bilden jedoch ein halb geschlossenes System. Die international students haben sich (bis auf meine Gruppe) in ihren Herkunftslaendern zusammengetan. Doch auch meine Gruppe besteht nur aus internationals. Vielleicht liegt es daran, dass fuer die Japaner das Semester schon im Fruehjahr anfing.

30.08.2019 Freitag (=金曜日= kinyoubi = Gold Tag)

Irgendwie habe ich es geschafft mit dem Eignungstest in den fortgeschrittenen Anfaenger Kurs zu kommen. Viermal die Woche japanisch. Wir schreiben jeden Tag einen Test, haben jeden Tag Hausaufgaben die jeden Tag korrigiert werden. Ich weiss nicht wie unsere Lehrerin dass bewaeltigt, da sie zudem noch einen eigenen Youtube-Kanal mit grammar-videos fuer uns erstellt hat.

03.09.2019 Dienstag (=火曜日= kayoubi = Feuer Tag)

Die Buecherei ist 24/7 geoffnet. Die Sporthalle kann man von 9-24 Uhr fuer Club-Aktivitaeten und sonstiges reservieren. Die Uni bietet zwei kostenlose Nachhilfe Stunden (in jedem Fach) pro Woche an. Zudem gibt es ein Partner-Leader-Program um Sprachen besser zu lernen. Dreimal die Woche kann man mit Freiwilligen die die gewuenschte Sprache beherrschen sich eine halbe Stunde treffen und ueber Gott und die Welt reden. Meine Gespraeche bestehen zu 80% diesen Satz: „Nihongo de nandesuka“ = what does this mean in japanese?

07.09.2019 Samstag

Ziele: Learn japanese, do material arts, learn PC basics

14.09.2019 Samstag

Hier sind “all you can drink”-Angebote sehr bekannt. Ich nehme an in Deutschland ist dies aus guten Gruenden gesetzlich verboten.

20.09.2019

Ein Land ohne Muelleimer. Ich schleppe kilometerweise Muell mit mir herum. Ausserdem gibt es keinen Kaese. Bzw. es gibt welchen ueberteuert und nicht gut. Auch sind Fruechte ueberteuert. Wenn man moechte, kann man fuer 4, in hundert Plastikfolien verpackte Aepfel 10 Euro zahlen.

Die Uni kuemmert sich gut um uns. Wir muessen nichts denken. Fuer alles bekommen wir eine Email mit Schritt fuer Schritt Anleitungen geschickt.

Es gibt einmal pro Monat einen grossen Ausflug fuer den man sich Eintragen kann. Diese sind auch notwendig, da man sonst hier versauert und jeden Tag nur das Gleiche sieht.

26.09.2019

一期一会 = ichigoichie: Ein Zeitpunkt, ein Treffen. Wenn Menschen sich begegnen, ist die Zeit die sie teilen etwas besonderes. Ein Begriff der die Wertschaetzen fuer den unwiederholbaren Moment ausdrueckt.

To be continued…

Gedanken ueber den ersten Post

Akita den 17. November 2019

Blogging ist eine Wissenschaft fuer sich. PlugIns sollen dich bei Google Suchanfragen oben anzeigen, Statistiken ueber die Besucher deiner Webseite (Alter, geklickte Posts, alles) sammeln, Social Media Plug Ins verlinken und nach Email Adressen fragen.

Ab 14 Uhr habe ich begonnen mich durchzulesen. Wenn ich nicht die Absicht habe durchzustarten, ist ein Blog zu erstellen relativ einfach. Irgendwie ist es frustrierend so viel Zeit vor einem Bildschirm zu verbringen, waehrend die Sonne scheint und untergeht. Der erhoffte Erfolgsmoment bleibt aus. Ich bin mir jetzt nicht einmal sicher was ich erreichen wollte. Einen Blog ueber Japan und meine Erfahrungen ja klar. Mein Ziel ist es zu lernen wie man Worte, Bilder, sprich Medien verwendetet um Menschen Wert oder Gedanken zu geben. Was habe ich schon zu geben? Einen Tag spaeter fuehlen sich meine Versuche billig an. Nicht einmal eine halbfertige Seite steht und mehr Zweifel als vor beginn des Tages schwirren in meinem Kopf umher, der ist zur Zeit eh nur Brei. Einfach so zu posten ohne Leser ist auch sinnlos.

Vielleicht am Ende der Woche habe ich eine halbwegs schoene Seite mit der ich zufrieden bin und anfangen kann zu posten. Nun ein weiteres Problem: Ich koennte der beste Redner sein, ohne Publikum wuesste es niemand. Dafuer gaebe es ja diese Plug Ins und etliche kostenpflichtigen Features,- sehe ich nicht ein.

Nun was ist den meine Motivation, warum moechte ich gehoert werden? Um meine Geschichte zu erzaehlen? Einfluss zu bekommen um irgenwann meinen Lebensunterhalt zu verdienen? Ein Netzwerk aufzubauen dass sich gegenseitig unterstuetzt? Alles davon ein bisschen. Urspruenglich wollte ich ein Buch schreiben, Buecher sind aus einer anderen Zeit und kaum einer liest diese noch. Daher koennte mein Blog irgenwann meinem Buch helfen…und anderen Sachen denen ich glaube dass es Wert waere denen aufmerksamkeit zu schenken. Ich will ja nicht alleine fuer mich leben, ich will mit anderen Verbunden sein und wenn ein Blog ein anfaengliches Medium dafuer ist, dann sei es so.

Aber es fuehlt sich nicht so zufriedenstellend an im Moment. Ich habe immernoch keine Ahnung was ich tue. Mein Blog ist leer und ich habe das Gefuehl es ist besser er bleibt auch leer. Und falls auf diesem verfilzten Boden irgenwann meine Motivation wieder auftaucht, wird dies einer der ersten Eintraege. Mein Ziel war/ ist es „Professional, quality and helpful” zu posten. Leider ist das meiste was ich schreibe, meine Gedanken und Gefuehle, die ich selbst nur in nostalgischen Zeiten selbst wieder lese. Wer wuerde sich dafuer interessieren. Ich koennte ueber Kampf, Japanische Kultur, eben ueber spezifische Sachen schreiben. Dass mach ich auch nebenher. Aber fuer einen Leser waere es schoen wenn solche Sachen geordnet waeren. Um sich nicht muehsam diese Informationen aus dem riesiegen Haufen den ich hier zusammenschreibe rauszusuchen. Und auch fuer mich selbst waere eine gewisse Uebersicht praktisch. Aber waeren dass nicht unzaehlige Unterkategorien? Eine Idee waere es meine Posts klein zu halten, damit Sie nur ein Thema betreffen und nicht zu so einen Wortheuhaufen wie diesem hier anwachsen. Und will ich ueberhaupt meine Gedanken, wie diesen Text hier posten, immerhin heisst es „das Internet vergisst nie“. Was werden Leute die ich kenne von mir denken wenn Sie dies lesen? Wie wird dass hier meine Karriere, mein Leben beeinflussen?

Solange ich Geschichten veroeffentliche, die ich auch im realen Leben erzaehlen wuerde, respekt vor anderen und mir selbst habe, kann schiefgehen was will. Ich kann nur daraus lernen.