Heiligabend

Heiligabend, irgendein Strand auf Okinawa, Japan.

Die Zeit rennt. Noch habe ich im Kopf wie ich in Passau meine Füße von der Eisenbahnbrücke baumeln lasse. Plötzlich habe ich ein ganzes Semester in Japan studiert.

Nun sitze ich an Heiligabend, nur mit einer Dose American Coffee, an einem verlassenen Strand und schaue rüber zu den Lichtern der Stadt. Ich singe für mich Stille Nacht, während das Meer leise rauscht, der Himmel noch ein wenig orange ist und der einzige Stern weit und breit, der Abendstern, mir den Weg nach Hause, gen Westen zeigt. Dort, einen halben Erdball von mir entfernt, sind die meisten Menschen die ich kenne, die ich lieb gewonnen habe.

Einen Herzschlag später sehe ich sie alle wieder.

Mein Abendstern
(Oben-Mitte)

ベミュッダ/Bermuda

Akita den 09. Dezember 2019

Eigentlich wollte und müsste ich eines meiner drei Essays schreiben bzw. anfangen. Nun aus Gründen bin ich bei Google Maps gelandet und habe entlegene Gegenden der Welt durchforscht. Meine Reise hat mich zuerst nach Vietnam, dann nach Tibet geführt, zu kargen Hütten oder Forschercamps in der Antarktis, bis zu winzigen Dörfern in Grönland. Auch habe ich dort die Webseiten der Hotels angeschaut, die damit warben in den Ferien bei ihnen zu arbeiten. Dann ging es weiter zu kleinen Inselchen im Atlantik, Vulkaninseln, mit einsamen Stränden. Die paar Häuser darauf sahen ganz gut aus. An einen solchen Ort kommt man wahrscheinlich nur, wenn man für die NASA oder für die Royal Air Force arbeitet. Dann entdeckte ich Bermuda. Ein Paradies mit prächtigen Villen, großen Grundstücken mit Privatstrand, Golfclubs und nahezu jedes “Haus”, eher Anwesen, hat einen Pool. -Da will ich hin! Hin zu Palmen, Strand und Luxus. 

Was sah ich noch? Supermärkte, Geschäfte, Kirchen, Schulen, -eine ganze Stadt. Ich musste an die Werbung der Grönländer Hotels denken. Auf Bermuda findet sich bestimmt auch Arbeit. Mal drei Monate mit Freunden auf Bermuda in einem Supermarkt oder sonst wo arbeiten um den Lebensunterhalt zu decken und in der Freizeit an den Strand…

Mir ist das Leben zu schade um es an hässlichen Orten zu verbringen.

Gedanken ueber den ersten Post

Akita den 17. November 2019

Blogging ist eine Wissenschaft fuer sich. PlugIns sollen dich bei Google Suchanfragen oben anzeigen, Statistiken ueber die Besucher deiner Webseite (Alter, geklickte Posts, alles) sammeln, Social Media Plug Ins verlinken und nach Email Adressen fragen.

Ab 14 Uhr habe ich begonnen mich durchzulesen. Wenn ich nicht die Absicht habe durchzustarten, ist ein Blog zu erstellen relativ einfach. Irgendwie ist es frustrierend so viel Zeit vor einem Bildschirm zu verbringen, waehrend die Sonne scheint und untergeht. Der erhoffte Erfolgsmoment bleibt aus. Ich bin mir jetzt nicht einmal sicher was ich erreichen wollte. Einen Blog ueber Japan und meine Erfahrungen ja klar. Mein Ziel ist es zu lernen wie man Worte, Bilder, sprich Medien verwendetet um Menschen Wert oder Gedanken zu geben. Was habe ich schon zu geben? Einen Tag spaeter fuehlen sich meine Versuche billig an. Nicht einmal eine halbfertige Seite steht und mehr Zweifel als vor beginn des Tages schwirren in meinem Kopf umher, der ist zur Zeit eh nur Brei. Einfach so zu posten ohne Leser ist auch sinnlos.

Vielleicht am Ende der Woche habe ich eine halbwegs schoene Seite mit der ich zufrieden bin und anfangen kann zu posten. Nun ein weiteres Problem: Ich koennte der beste Redner sein, ohne Publikum wuesste es niemand. Dafuer gaebe es ja diese Plug Ins und etliche kostenpflichtigen Features,- sehe ich nicht ein.

Nun was ist den meine Motivation, warum moechte ich gehoert werden? Um meine Geschichte zu erzaehlen? Einfluss zu bekommen um irgenwann meinen Lebensunterhalt zu verdienen? Ein Netzwerk aufzubauen dass sich gegenseitig unterstuetzt? Alles davon ein bisschen. Urspruenglich wollte ich ein Buch schreiben, Buecher sind aus einer anderen Zeit und kaum einer liest diese noch. Daher koennte mein Blog irgenwann meinem Buch helfen…und anderen Sachen denen ich glaube dass es Wert waere denen aufmerksamkeit zu schenken. Ich will ja nicht alleine fuer mich leben, ich will mit anderen Verbunden sein und wenn ein Blog ein anfaengliches Medium dafuer ist, dann sei es so.

Aber es fuehlt sich nicht so zufriedenstellend an im Moment. Ich habe immernoch keine Ahnung was ich tue. Mein Blog ist leer und ich habe das Gefuehl es ist besser er bleibt auch leer. Und falls auf diesem verfilzten Boden irgenwann meine Motivation wieder auftaucht, wird dies einer der ersten Eintraege. Mein Ziel war/ ist es „Professional, quality and helpful” zu posten. Leider ist das meiste was ich schreibe, meine Gedanken und Gefuehle, die ich selbst nur in nostalgischen Zeiten selbst wieder lese. Wer wuerde sich dafuer interessieren. Ich koennte ueber Kampf, Japanische Kultur, eben ueber spezifische Sachen schreiben. Dass mach ich auch nebenher. Aber fuer einen Leser waere es schoen wenn solche Sachen geordnet waeren. Um sich nicht muehsam diese Informationen aus dem riesiegen Haufen den ich hier zusammenschreibe rauszusuchen. Und auch fuer mich selbst waere eine gewisse Uebersicht praktisch. Aber waeren dass nicht unzaehlige Unterkategorien? Eine Idee waere es meine Posts klein zu halten, damit Sie nur ein Thema betreffen und nicht zu so einen Wortheuhaufen wie diesem hier anwachsen. Und will ich ueberhaupt meine Gedanken, wie diesen Text hier posten, immerhin heisst es „das Internet vergisst nie“. Was werden Leute die ich kenne von mir denken wenn Sie dies lesen? Wie wird dass hier meine Karriere, mein Leben beeinflussen?

Solange ich Geschichten veroeffentliche, die ich auch im realen Leben erzaehlen wuerde, respekt vor anderen und mir selbst habe, kann schiefgehen was will. Ich kann nur daraus lernen.