Hiroshima

Hiroshima, 30. Januar 2020

Es wachsen Blumen in Hiroshima

Die Kanji fuer Hiroshima (広島) bedeuten soviel wie “weite Insel”. In den Ruinen des Atomic-bomb-domes wachsen ein paar gelbe Blumen. Schoenheit scheint man also doch nicht tot zu kriegen. Dumm waers.

Auf der anderen Flussseite sammeln ein paar Leute Unterschriften fuer ein atomwaffenfreie Welt. Find ich gut… doch dann habe ich mich gefragt “Was waere wenn die Atombombe nicht verwendet worden waere?”

Erstens: Haette drohen etwas gebracht? Waere ein sofortiger Friede moeglich gewesen?

Zweitens: Haetten die USA die geplante Invasion der japanischen Hauptinseln umgesetzt? Ohne eine Kapitulation, wie es im bisherigen Pazifikkrieg ueblich war, waeren vermutlich noch viele tausende Menschen gestorben und mehr Staedte waeren Bomben und Kaempfen zum Opfer gefallen.

Drittens: Haette Russland dann, trotz Waffenruhe, Japans Hauptinseln auch direkt angegriffen? Nach den Atombomben ist Russland ja in die damalige Mandschurei einmaschiert – vermutlich aus der Sorge nicht am Siegertisch im Pazifik sitzen zu koennen. Wenn ja, waere Japan auch wie Deutschland aufgeteilt worden?

Es ist nun wie es ist und 70.000 Menschen sind am 06. August 1945 binnen weniger Sekunden verbrannt.

Frag dich mal, wenn du US-Praesident Truman waerst, haettest du die Bombe verwendet in Hinblick auf die moeglichen Alternativen?

Atomic Bomb Dome, Blumen, Der “Schatten” eines Verbrannten (durch die Hitze hat sich der Stein verfaerbt, da wo die Person saß ist die Farbe dunkel geblieben.)

Hiroshima Castle.

Beste google-Suchanfrage: How to make a Kranich.

Es begann mit dem einen der da entspannt mit seiner Muetze saß. Dann kamen ein paar mehr. Viel mehr! Ich weiß nicht warum die ihre Kaeppchen aufhaben aber es ist verdammt lustig.

Mount Misen, Miyajima – remember when you climb a mountain to bring a water bottle with you.

Wege muessen nicht geradlinig oder effizient sein um ans Ziel zu fuehren.

東京 – The Imperial Palace

Tokyo, die oestliche Hauptstadt.

In den ersten Tagen in Tokyo, vor Beginn des Praktika, bin ich wie der uebliche Tourist auf Sightseeing Tour gegangen und habe wohl eine der sichersten Joggingstrecken der Welt entdeckt. Sie fuehrt um den Bereich des Imperial Palace Tokyo und ist wunderbar von einer eigenen Polizei bewacht . Es faehrt keine Ubahn unter den Bereich des Palastes und kein Flugzeug darf darueber fliegen. Neben Baeumen (als Sichtschutz), Burggraben und Waellen, sind sicherlich noch moderne Schutzsysteme im Einsatz.

Dass wirklich komische aber auch schoene an Tokyo sind die alten und neuen Gebaeude nebeneinander. Man laeuft durch die Stadt und ueberall ist Beton und noch mehr Beton. Es ist laut und schrill und ploetzlich steht man vor einem holzverzierten Tempel der mit Glueck noch einen kleinen (perfekt gepflegten) Garten hat.

Silvester auf Okinawa, Japan

Silvester ist, anders wie Weihnachten, ein Familienfest in Japan. Alle reisen Heim, was man leider auch an den Bus-/Bahn-/Flugpreisen merkt. An Silvester habe ich mich von meinem kurzzeitigen Reisegefaehrten Emil, ein junger Koch aus Israel, getrennt und bin an die Ostkueste nach Nanjo gefahren. Ich haette mit anderen Reisenden in der Hauptstadt in einen Club gehen koennen aber ich wollte den ersten Sonnenaufgang im Neuen Jahr ueber dem Meer sehen. Dafuer gibt es sogar einen sehr bekannten Begriff im japanischen: „hatsuhinode“. Der Gastgeber im Hostel hat sehr ruehrend ein gemeinsames Essen vorbereitet mit Soba-Nudeln, fuer ein gesundes Leben. Dabei haben wir ein schrilles Neujahrprogramm von NHK gesehen haben. Vor Mitternacht, haben wir im TV mitbekommen, wird in Tempel 107 mal der Gong geschlagen. Das 108te mal wird um Mitternacht geschlagen. Somit soll man von den 108 weltlichen Suenden, die es nach dem buddhistischen Glauben gibt, gereinigt werden. Sonst war es still. Es gibt, wider erwarten, kein Feuerwerk. Meine erste Mahlzeit im Neuen Jahr war voller bewusstsein Muesli/ Cornflakes. Frueh am Morgen habe ich dann mit vielen anderen Japanern am Cape Chinen Park den Sonnenaufgang angeschaut.

Kurz noch Japan und Okinawa. Okinawas Inseln waren bis 1879 unter dem Ryukyu Koenigreich bekannt, seitdem aber von Japan annektiert. Mein Gastgeber in Najo zum Beispiel fuehlt sich zum Beispiel zuerst als „Okinawa boy“ und in zweiter Linie erst als Japaner.

Der traditionelle japanische Kalender basiert auf den Regierungsjahren des Kaisers (=tenno). Seit den 1. Mai 2019 sind wir mit dem 126. Kaiser Naruhito in Reiwa 1 (=beautifull harmony).  Leider bin ich mir nicht sicher ob am 1. Mai 2020 dann Reiwa 2 beginnt. Japan hat seit 1873 den gregorianischen Kalender uebernommen und feiert somit am 31.12. auf den 01.01. Neujahr (=shougatsu).

02. Januar 2020, Shurijo Castle, Naha, Okinawa.

Ein Santiago Tag. Ich habe ein weit entferntes Ziel und bis dahin folge ich den gruenen Ampeln und der Sonne, meiner Lust und Laune und gehe die Wege die mir gefallen. Manchmal ist es wie eine Landkarte die langsam aufgerollt wird. Dabei geht es nicht nur um Orte, sondern auch oder vielmehr um Menschen.

またね Okinawa

mata ne = bis zum naechsten Mal!

Heiligabend

Heiligabend, irgendein Strand auf Okinawa, Japan.

Die Zeit rennt. Noch habe ich im Kopf wie ich in Passau meine Füße von der Eisenbahnbrücke baumeln lasse. Plötzlich habe ich ein ganzes Semester in Japan studiert.

Nun sitze ich an Heiligabend, nur mit einer Dose American Coffee, an einem verlassenen Strand und schaue rüber zu den Lichtern der Stadt. Ich singe für mich Stille Nacht, während das Meer leise rauscht, der Himmel noch ein wenig orange ist und der einzige Stern weit und breit, der Abendstern, mir den Weg nach Hause, gen Westen zeigt. Dort, einen halben Erdball von mir entfernt, sind die meisten Menschen die ich kenne, die ich lieb gewonnen habe.

Einen Herzschlag später sehe ich sie alle wieder.

Mein Abendstern
(Oben-Mitte)

ベミュッダ/Bermuda

Akita den 09. Dezember 2019

Eigentlich wollte und müsste ich eines meiner drei Essays schreiben bzw. anfangen. Nun aus Gründen bin ich bei Google Maps gelandet und habe entlegene Gegenden der Welt durchforscht. Meine Reise hat mich zuerst nach Vietnam, dann nach Tibet geführt, zu kargen Hütten oder Forschercamps in der Antarktis, bis zu winzigen Dörfern in Grönland. Auch habe ich dort die Webseiten der Hotels angeschaut, die damit warben in den Ferien bei ihnen zu arbeiten. Dann ging es weiter zu kleinen Inselchen im Atlantik, Vulkaninseln, mit einsamen Stränden. Die paar Häuser darauf sahen ganz gut aus. An einen solchen Ort kommt man wahrscheinlich nur, wenn man für die NASA oder für die Royal Air Force arbeitet. Dann entdeckte ich Bermuda. Ein Paradies mit prächtigen Villen, großen Grundstücken mit Privatstrand, Golfclubs und nahezu jedes “Haus”, eher Anwesen, hat einen Pool. -Da will ich hin! Hin zu Palmen, Strand und Luxus. 

Was sah ich noch? Supermärkte, Geschäfte, Kirchen, Schulen, -eine ganze Stadt. Ich musste an die Werbung der Grönländer Hotels denken. Auf Bermuda findet sich bestimmt auch Arbeit. Mal drei Monate mit Freunden auf Bermuda in einem Supermarkt oder sonst wo arbeiten um den Lebensunterhalt zu decken und in der Freizeit an den Strand…

Mir ist das Leben zu schade um es an hässlichen Orten zu verbringen.

Ein paar Bilder

In japanischen Zuegen, egal wie voll sie sind, wird nicht gesprochen.

Viele Staedte haben ein oder zweimal im Jahr grosse Feuerwerkfestivals/wettkaempfe.

Durch die Tempeltore geht man seitlich durch – die Mitte ist fuer die Goetter.

Japanische Gamefields mit den unterschiedlichsten Spielen gibt es in jeder groesseren Mall.

In dem Japanese Arts Kurs haben wir in einem Kindergarten Tee serviert – die Kindergaerten sind bunt und schrill, doch auch irgendwie schoen.

An Weihnachten gehen Japaner in der Regel zu KFC. Weihnachten ist hier weniger ein Familienfest, sondern vergleichbar mit dem Valentinstag.

Es gibt komische Automaten…

Ich hatte die einmalige Moeglichkeit ein langes Wochenende “Daitoryo Aiki Jujitsu”, im Gruendungsdojo dieser Stilrichtung, in Muroran, Hokkaido zu trainieren. Dass war mit Abstand meine beste Zeit in Japan. https://ja-jp.facebook.com/bokuyokan/